Hyperaktivität bei Kindern

Hyperaktivität - die Folge von ...?

 

Hyperaktivität bedeutet „übersteigerter motorischer Drang (bei Kindern)", (Wahrig, Die deutsche Rechtschreibung). Sie ist Kernsymptom der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS),

einer Verhaltensstörung bei Kindern und Jugendlichen, an der mittlerweile in Deutschland mehr als 500.000 Kinder leiden sollen.

Die Diagnose "ADHS" wurde erst im Jahr 1987 ins Leben gerufen.

Warum immer mehr Kinder abnorm unaufmerksam, impulsiv und hyperaktiv sind, wird seit dem von Ärzten und Therapeuten unterschiedlicher Schule kontrovers diskutiert. Schulmedizinisch orientierte Ärzte sehen mehrheitlich die Ursache in einer genetischen Fehlfunktion des Gehirns, Psychotherapeuten machen unbewusste, traumatische Erlebnisse, schwierige Beziehungen in der Familie und Umweltbedingungen verantwortlich, weitere Therapeuten sehen einen Zusammenhang mit der Ernährungsweise, unzureichender Vitaminversorgung und Umweltgiften.

 

 

Die biologisch-psychiatrische Sicht auf die ADHS

Stellt ein Arzt die Diagnose ADHS, bezieht er sich auf eines der beiden psychiatrischen Klassifikationssysteme, nämlich den „DSM-IV" oder dem „ICD-10".  Darin werden Symptome genannt, die sich auf die Hyperaktivität, die Unaufmerksamkeit und die Impulsivität beziehen. Da jedes Kind immer mal wieder zappelig, unaufmerksam und unruhig sei kann, muss die Diagnose ADHS sehr sorgfältig betrieben werden. Die schulmedizinisch orientierte Ärzteschaft sieht die Ursachen von Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen vorwiegend in einem Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn und daraus folgendem Ungleichgewicht. Die Therapie besteht dann in aller Regel in der Verordnung des Medikamentes Ritalin und begleitender Verhaltenstherapie. Ritalin, mit dem unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Wirkstoff Methylphenidat, soll das Dopamindefizit im Gehirn ausgleichen und damit die Kinder ruhiger und aufmerksamer machen. Begleitende Verhaltenstherapie soll die unerwünschten Symptome der Kinder korrigieren. Nach Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stieg der Absatz von Methylphenidad von 34 Kilogramm im Jahr 1993 auf 1617kg im Jahr 2008.

 

Moderne Lebensweise und ADHS

Im Hinblick auf die Lebenssituation vieler Kinder heute, die geprägt ist von Unruhe, Hektik, Veränderung und Druck, wird deutlich, dass Kinder nicht mehr selbstverständlich Ruhe erleben können. Radio, Fernsehen, Computer und Handys überfluten Augen und Ohren ständig mit neuen Reizen. Sprache und Bilder der medialen Welt sind schnell und flüchtig, stellen hohe Anforderungen an die kindliche Informationsverarbeitung und rufen einen stetigen Zustand der Erregung hervor. Dieses ständig hohe Erregungsniveau, gepulst durch äußere Reize, verhindert den Blick auf einzelne Inhalte und inneres Erleben. Die Folge ist ein Nachlassen der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit. Mangelnde Zeit der Eltern, kurze Pausen für Essen und Trinken, aber auch minutiös geplante Freizeit bringen weitere Unruhe in den Tagesablauf vieler Kinder. Die Zeitfenster von Familien für gemeinsames Essen, Gespräche und Spiele sind eng geworden. Umwelt, Kinder und Erwachsene vibrieren gleichermaßen in ruhe- und rastloser Bewegung.

 

Die Wirkung von Entspannungsverfahren

Regelmäßige Ruherituale, die in den Tages- und Wochenablauf integriert werden, sowie Entspannungsverfahren können Eltern und Kindern helfen, im Alltag wieder zu mehr Ruhe zu kommen, abzuschalten und zu entspannen. Entspannungsverfahren beseitigen keine Verhaltensstörungen oder andere psychische Probleme. Sie sind aber wertvoll, um körperliche Erregung und Anspannung abzubauen. Bekannte Entspannungsverfahren sind das Autogene Training und die Progressive Muskelentspannung.

Autogenes Training für Kinder und Jugendliche

Das Autogene Training, entwickelt von dem Neurologen Johannes Heinrich Schultz (1884-1970)  ist eine Methode der Selbstentspannung. Durch genau vorgeschriebene Suggestionsformeln und die Konzentration auf bestimmte Körperteile werden selbstregulativ, wissenschaftlich messbare Entspannungsreaktionen hervorgerufen. Bei Kindergartenkindern und Schulkindern werden die Formeln des Autogenen Trainings in eine Geschichte oder Fantasiereise integriert. Die Kinder identifizieren sich z. B. mit Fantasiegestalten, die nur mit viel Ruhe zum Erfolg kommen und finden damit selbst zu Ruhe und Entspannung. Übungen zum Empfinden von Wärme und Schwere, hervorgerufen durch kindgerechte Vorstellungsbilder, entspannen die Seele. Dabei können Ängste gelöst und körpereigene Heilkräfte aktiviert werden. Bildermalen und Gespräch geben den Kindern die Möglichkeit eigene Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen. Dabei können die Fantasie und persönlicher Ausdruck gefördert werden.

  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Prof. Edmund Jacobson (1885 - 1976) konnte mit seiner Methode beweisen, dass An- und Entspannungen der Muskulatur helfen, Angstgefühle aufzulösen und den Adrenalinspiegel im Körper zu senken. Die Progressive Muskelentspannung ist ein aktives, körperbezogenes Entspannungsverfahren. Kinder und Jugendliche lernen mit unkomplizierten Übungen einzelne Muskelgruppen - vom Kopf bis zu den Füßen - anzuspannen und zu entspannen. Damit wird Entspannung immer mehr bewusst steuerbar und die Körperwahrnehmung verbessert.

 

 

Unruhe als Folge moderner Ernährung

Nicht nur Lärm, Hektik, Druck und seelische Belastungen führen zu Reaktionen wie innere Unruhe und Zappeligkeit. Auch bestimmte Inhaltstoffe von Nahrungsmitteln, sowie chemische Zusatzstoffe in Fertigprodukten sollen Unruhezustände, Aggressionsverhalten und Hyperaktivität auslösen können. Nahrungsmittel, die von vielen Kindern nicht mehr vertragen werden, sind Kuhmilch, Eier, verschiedene Getreidesorten und Früchte. Eine Portion Chemie ist in den meisten bunt verpackten Lebensmitteln enthalten, die ganz besonders das Interesse von Kindern erregen. Das sind z.B. Gummibärchen, Bonbons, Kaugummi, industrielle Desserts, Fast Food, Fertiggerichte, Snacks und Soft-Getränke, die ein Gemisch aus Farbstoffen (E 100 - E 180), Konservierungsstoffen (E 200 - E 300), Geschmacksverstärkern (E 620 -E 640), künstlichen Süßstoffen (E 951) und anderen Stoffen aus den Labors der Chemieindustrie enthalten.

Berichte von Projekten einer „Zusatzstofffreien Woche" an der Schule zeigen positive Ergebnisse. Die Kinder sollen ruhiger, gelassener und aufmerksamer geworden sein. Die Ergebnisse basieren nicht auf wissenschaftlichen Studien und es ist auch nicht belegt, welche der vielen Stoffe aus den Labors der Chemieindustrie zu Hyperaktivität führen können. Trotzdem gibt es immer wieder Berichte von Eltern mit betroffenen Kindern, die durch eine Ernährungsumstellung und Verzicht auf Nahrungsmittelzusätze positive Veränderungen im Verhalten ihrer Kinder beobachten konnten.

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Heike Ruby
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